Zusammenfassung

 

Zusammenfassend:

Grenzen sind also einschränkende Regeln, die neben erlaubnisgebenden Regeln das Zusammenleben von Mensch und Hund bestimmen. Grenzen setzen wir Menschen in der Regel dann, wenn Hunde aus unserer Sicht unerwünschtes Verhalten zeigen, das aus Hundesicht aber durchaus logisch und artypisch sein kann oder halt einfach noch unreif und impulsiv ist. Dabei kann man sich dem Übergang, der Grenzen zwischen erwünschtem zu unerwünschtem Verhalten auch durchaus von der Seite des erwünschten Verhaltens nähern und unter diesem Blickwinkel die Regeln/Grenzen aufstellen. Hierfür gibt es dann verschiedene Wege:

  • in dem in bestimmten Situationen  Verhalten durch Management vermieden wird.
  • in dem der Mensch sich Gedanken macht, welche Verhaltensweisen für seinen Hund wichtig sind und er sich mit dem Hund dieses Verhalten zusammen erarbeitet und im Training aufbaut
  • in dem der Hund unterbrochen wird, wenn er unerwünschtes Verhalten zeigt durch die Information welches Verhalten er in dieser Situation stattdessen zeigen soll
  • und manchmal auch durch Kombination: das erwünschte Verhalten wird verstärkt und das unerwünschte gezeigte Verhalten des Hundes wird mild gehemmt. Dabei ist es enorm wichtig so mild hemmend wie irgend möglich zu sein. Und es ist wichtig, sich immer wieder bewusst zu machen, dass dieser Baustein in der Anwendung nicht einfach ist und sehr nebenwirkungsreich sein kann und deshalb wirklich gut überlegt und durchdacht sein sollte. Und dieser Baustein kann sehr viel kleiner gehalten werden, als es gemeinhin den Anschein hat. Ich würde soweit gehen zu sagen, dass es im Training mit dem Hund für den Menschen erstrebenswert ist, immer zu überlegen, ob er nicht doch einen Weg findet, ohne Verhaltenshemmung auszukommen, um Verhaltenshemmung soweit wir irgend möglich Richtung Null zu reduzieren.

Die in der Fachwelt oder Öffentlichkeit geführte Diskussion, die einen Gegensatzpaar aufbaut zwischen Hundeerziehung, die auch Grenzen setzt und Hundeerziehung über positive Verstärkung ist schlicht irreführend. Es ist kein Gegensatzpaar.  Jeder der seinem Hund in bestimmten Bereichen vorgibt, wie er sich am besten zu Verhalten hat, setzt Grenzen. Jeder der mit einem Hund zusammenlebt stellt auf die eine oder andere Art Regeln auf und setzt damit auch Grenzen. Es ist wohl eben eher die Frage des Blickwinkels, auf welche Weise ich diese Grenzen und Regeln aufstellen möchte. Grenzen setzen ist nichts anderes als dem Hund innerhalb der Grenzen der Lerntheorie zu zeigen, welches Verhalten aus Menschensicht erwünscht ist und welches nicht, Grenzen setzen ist Lernen. Häufig wird Grenzen setzen aber als Synonym für Verhaltenshemmung benutzt. Hinterfragen Sie deshalb immer sehr genau, was jemand genau meint, wenn er davon spricht, dass es nötig sei, dem Hund Grenzen zu setzen und wie er dies machen möchte.