Die Arbeit mit dem Ressourcenschweinchen- weiter geht es

Heute möchte ich nun berichten, wie unser Training weiterging. Zur Erinnerung: Ziel des Trainings ist es, dass Ben die Annäherung des Menschen angenhem empfinden kann, auch wenn er gerade mit einer Ressource beschäftigt ist, die er früher mit deutlichem Abwehrverhalten verteidigt hätte. Wenn er die Ressource gerne zum Menschen bringen mag, ist das natürlich auch erwünscht. Wer mehr zu seiner Vorgeschichte wissen mag, kann dies hier nachlesen: Wie Ben zu uns kam und die Arbeit mit unserem Ressourcenschweinchen erster Teil. Und nun viel Spass beim Lesen des nächsten Schrittes.

 

Aus persönlichen Gründen gab es dann zwischen dem letzten Training vom 20.11.2011 bis zum 23.04.2012 kein bewusstes Training mehr. Wir hatten eine Pflegehündin aufgenommen, die mit unserem Ben nicht gut harmonierte und meine Hündin Eika wurde schwer krank. Die Pflegehündin zog am Karfreitag aus und meine Hündin musste am 09.04.2012 über die Regenbogenbrücke gehen. Dies war für uns alle, die Menschen wie die Hunde, eine recht anstrengende Zeit, die mit viel Management, Organisation und auch Einschränkungen verbunden war. In diesen Wochen haben wir letztlich nur Alltagssituationen eingefangen: also Ben fand einen großen Pferdehaufen zum Fressen gern und wir haben da neben dem Rückruf und dem Weitergehensignal mit dem beschriebenen Vorgehen geübt, dass der Mensch sich annähern kann. Oder bei einer gefundenen Bananenschale den Handtouch abgerufen, dass er sich samt Schale nähern konnte.

 

Die nächste bewusst gestaltete Trainingssituation war dann am 23.04.2012, es entstand dieses Filmchen dabei. Ich erkläre die aus meiner Sicht wesentlichen Bestandteile des Trainings, die auf dem Film zu erkennen sind,  es würde aber zu weit führen jede klitzekleine Einzelheit zu erklären oder zu beschreiben.

Dies Mal hatten wir eine Futtertube im Dummy versteckt. Auf das Signal Boy (Umorientierungssignal) soll er auf mich reagieren, dabei reicht mir in schwierigen Situationen durchaus ein Ohrwackeln oder Schielen in meine Richtung. Ich belohne Ben vom Dummy weg, lasse diesen aber bewusst liegen. Ben soll lernen, dass seine Beute nicht sofort weg ist, wenn er auf mich reagiert und mit mir kooperiert. Ganz im Gegenteil er kann zur Beute zurücklaufen und sich weiter damit beschäftigen. Wenn er den Dummy bringen kann, darf er ihn manchmal noch mal verfolgen und holen oder er bekommt die darin versteckte Futtertube von mir ausgepackt und darf dran schlecken. So wird es ihm möglich, mir die Beute auch mal zu bringen, ganz im Vertrauen, dass er sie wieder haben darf und sich die Kooperation mit mir lohnt.

 

Man kann im Video gut erkennen, dass es für ihn immer schwieriger wird, auf das Signal zu reagieren, je länger die Übungseinheit ging. Bei ca. 2.22 ist es dann gerade mal noch ein Schielen, das er schaffen kann, nachdem es ihm zuvor nicht mehr möglich war, das Handtouchsignal zu befolgen.  Also gehe ich einen Übungsschritt zurück und gebe ihm noch mal das Umorientierungssignal, das er dann schielend auch machen kann.

 

Am 25.04.2012 das nächste Training. Ich arbeite direkt mit der Futtertube, ohne sie im Dummy zu verstecken und baue sie in eine Suche auf der Rückspur ein.

Diese Suche kennt Ben, er soll auf meiner Spur zurücklaufen und etwas Verlorenes auf dieser Spur finden, meist einen Dummy, einen Schlüssel und in diesem Fall die Futtertube. Zunächst versucht er die Tube aufzunehmen und zu mir zu bringen, während ich mich annähere. Als das nicht klappt, setzt er sich daneben- das ist sein Anzeigeverhalten für Gegenstände, die er findet und nicht gerne ins Maul nimmt, wie z.B. den Schlüssel. Als Belohnung darf er dann die fliegende Futtertube noch mal apportieren. Diese geht auf, als er sie im Fang hat und ich nutze das direkt als Trainingsmöglichkeit für meine Annäherung an einer hochwertigen Ressource.

 

Fortssetzung folgt.

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